Mainhochwasser gefährdet seit Tagen den Trainingsplatz

Weiter kritisch ist die Hochwasserlage auch für unseren Verein. Nur noch wenige Zentimeter fehlen, bis der Main sich auf dem Trainingsplatz ausbreitet. Aktuell steht der Pegel bei 3,64 m (7. Januar, 12.15 Uhr, siehe auch „Pegel / Wasserstand Main in Wertheim“). Bei 3,75 m wird der Trainingsplatz geflutet.

Die derzeitige Wetterlage gibt jedoch Grund zur Hoffnung, dass man verschont bleibt, da auch die Pegel in Steinbach, Würzburg und Schweinfurt sich stabilisieren, allerdings auf hohem Niveau.

Zum letzten Mal waren im Juni 2013 sowohl Trainingsplatz als auch das Sporthäuschen (ab 4,45 m) und der Aufwärmplatz (ab 4,65 m) von den Wassermassen überschwemmt worden. Der Hauptplatz würde bei einem Pegel von 5,35 m in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das größte Hochwasser wurde am 30. Januar 1995 mit einem Höchststand von 6,37 m aufgezeichnet.

Für Interessierte: In unserem Festbuch aus dem Jahr 2014 wurde eine ausführliche zweiseitige Zusammenfassung über alle Hochwässer seit der Vereinsgründung 1964  erstellt. Hier der Text und ein paar in diesem Zusammenhang interessante Fakten:

Hochwasser (Text aus dem Festbuch „50 Jahre FC Eichel“, erschienen 2014)

So schön und idyllisch die Lage der Sportanlagen am Main auch ist – sie birgt doch auch gleichzeitig den Nachteil, von dem Flusslauf abhängig zu sein. Elf große Hochwasser (über 4,50 Meter) musste der FCE in seiner Vereinsgeschichte bisher verkraften; der Trainingsplatz stand sogar noch öfter unter Wasser. Sichtbare Zeichen dieser Überschwemmungen sind die Markierungen an der Garage am neuen Sportplatz.

Der Trainingsplatz, der bereits bei einem Mainpegel von 3,75 Meter nass wird, ist stets das „erste Opfer“. Mit etwas Glück bleibt der Aufwärmplatz verschont ebenso wie das Hauptspielfeld, das bei 5,35 Metern geflutet wird. Dies war seit seinem Bau bereits sieben Mal der Fall.

Die Folgen sind gravierend: Tonnen angeschwemmten Treibguts und eine dicke Schlammschicht müssen beseitigt werden und erfordern immer wieder umfangreiche, bis an die Grenze körperlicher Erschöpfung reichende Arbeiten. Je nach Schwere und Dauer des Hochwassers sind die Plätze über längere Zeit nicht bespielbar, so dass man 1995 den kompletten Trainings- und Spielbetrieb (über 30 Spiele) verlegte und in der Rückrunde auf die Sportplätze in Urphar und Sonderriet ausweichen musste.

Den größten Schaden verursachte das „Jahrhundert-Hochwasser“ 1995, als der Pegel Ende Januar auf bis zu 6,37 Meter anstieg. „Der Trainingsplatz stand etwa 2,50 m unter Wasser und wurde durch Treibgut stark in Mitleidenschaft gezogen: Beide Tore sowie der Ballfangzaun gingen im wahrsten Sinne zu Bruch, sogar der Kopfballpendel geriet in Schieflage“, heißt es im FC’95. „Am neuen Sportgelände stand das Kleinspielfeld zwei Mal unter Wasser, die Zuschauerbarriere wurde auf eine Länge von 30 Metern samt Betonpfosten vom Treibgut umgerissen.“ Außerdem entstanden erhebliche Wandschäden an den beiden Geräteräumen.

Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von mehr als 80.000 D-Mark, der durch Zuschüsse und Spenden einigermaßen aufgefangen werden konnte. So erhielt man von der Stadt Wertheim bzw. im Rahmen der Landeshilfen einen Zuschuss von fast 9000 D-Mark. Über ein halbes Jahr dauerten die Aufräum- und Säuberungsarbeiten. Die Herrichtung des neuen Sportplatzes durch die Firma „Fleischacker“ kostete rund 20.000 D-Mark, während der Trainingsplatz in Eigenregie renoviert wurde. Wenn das Hochwasser also etwas Gutes hatte, dann vielleicht die Tatsache, dass man beim FCE die Arbeiten gemeinsam anpackte: 76 freiwillige Helfer leisteten insgesamt 908 Arbeitsstunden, wovon mehr als die Hälfte auf den Hauptplatz entfielen.

 

Hochwasser-Marken (ab diesen Main-Pegelständen werden unsere Plätze überschwemmt:

Trainingsplatz: 3,77 m

Sporthäuschen: 4,45 m

Aufwärmplatz: 4,65 m

Hauptplatz: 5,35 m

 

Die höchsten Hochwasser seit 1964

30.01.1995:  6,37 m

26.02.1970: 6,22 m

05.01.2003: 6,08 m

29.03.1988:  5,91 m

09.01.1982: 5,83 m

12.01.2011:  5,80 m