"FCE zählt": FCE sagte "Danke" ans Ehrenamt

"FCE zählt" nennt sich eine bisher einmalige Aktion beim FC Eichel, die im Verein im ganzen Oktober lief. Hierbei wurden alle FC-Ehrenamtlichen auf freiwilliger Basis gebeten, ihre vom 1. bis 31. Oktober ehrenamtlich erbrachten Stunden zu zählen und nach Tätigkeitsbereichen zu listen. Ziel war eine Erfassung des Ehrenamts beim FCE und den Wert des Ehrenamts herauszustellen. Denn: Ohne Ehrenamt geht beim Fußball nichts!

Die Idee einer solchen Erhebung kam dem FCE-Vorstands-Team im September bei einer Pressemitteilung des Badischen Fußballverbandes. Im Rahmen der DFB-Ehrenamtsaktion wurde darin die wichtige Rolle des Ehrenamts im Sport betont. Unter anderem hieß es: „Überhaupt wollen Menschen heute weniger Zeit als früher für ihren Verein aufwenden. 58 Prozent investieren im Schnitt zwei Stunden oder weniger pro Woche.“ (Die gesamte Pressemitteilung siehe ganz unten). „Diese Zahl kam uns dann doch sehr klein vor“, so FCE-Vorstand Kai Grottenthaler. „Wenn ich sehe, was bei uns tagtäglich geleistet wird, passt das mit diesen Zahlen nicht zusammen. Daher wollten wir es mal genauer wissen.“

 

Umfang

TeilnehmerInnen

39

Gesamtstunden

1068

Geleistete Stunden pro Ehrenamtlichen

27

Geleistete Stunden pro Tag

34

Und die Resonanz der FC‘ler war hervorragend. Fast alle aktuellen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vom Vorstand über die Jugendtrainer, Sportheimwirte und Platzwarte bis hin zu den „Ächler Echo“- und Homepage-Verantwortlichen und den Kassenwarten – beteiligten sich an der Aktion – und kamen insgesamt auf 1068 Stunden!

 

Altersgruppen

Altersgruppe

Anzahl

Stunden

Prozent

Schnitt

Unter 30

8

145

14%

18h

30-45

13

310,5

29%

26h

46-60

10

318

30%

32h

Über 60

8

294,5

28%

37h

 

Das Altersspektrum ist sehr beachtlich und erstreckt sich von 17 bis 93 Jahre. „Wir sind hier sehr ausgeglichen besetzt. Die Jüngeren sind eher als Trainer und Betreuer aktiv, während sich die Lebenserfahrenen verstärkt um die Infrastruktur kümmern“, so das Fazit des Vorstands. Dass der Monatsschnitt mit zunehmendem Alter steigt, verwundert nicht. „Ein Rentner hat natürlich etwas mehr Zeit als ein Auszubildender oder Vollberufstätiger.“

Und trotzdem: Mit 18 Monatsstunden im Schnitt leisten die Unter-30-Jährigen vor allem im Jugendbereich hervorragende Arbeit. „Wir sind stolz und dankbar, dass sich so viele junge Männer und Frauen bei uns ehrenamtlich engagieren. Neben der Schule oder Ausbildung sich noch so einzubringen, verdient größten Respekt. Die „Jungen Helden“ sind nicht nur sportliche Vorbilder für die Jungen und Mädchen, sondern auch wichtige Identifikationsfiguren.“

Auch die Altersgruppen von 30-45 sowie 46-60 sind im Trainerbereich sehr engagiert. Dazu kommen hier jedoch auch wichtige Leitungs- und Verwaltungsaufgaben. Rund eine Stunde pro Tag erbringen die Angehörigen beider Altersgruppen im Schnitt. Für eine vorbildliche Infrastruktur sorgen insbesondere die Über-60-Jährigen, die mit durchschnittlich 37 Stunden auch Vieles im Hintergrund in Stand halten.

 

Wöchentlicher Aufwand

Der zeitliche Aufwand der Ehrenamtlichen reicht von einer Stunde bis zu 24 Stunden pro Woche. Rund zwei Drittel unserer Ehrenamtlichen erbringen bis zu 7 Stunden pro Woche, also bis zu einer Stunde pro Tag. 16 Prozent erbringen sogar mehr als 10 Stunden pro Woche.

Weniger als 2

9

2 bis 6

13

6 bis 10

11

Mehr als 10

6

„Bei uns kann sich jeder in dem Umfang einbringen, wie er möchte. Wenn eine Schülerin jede Woche eineinhalb Stunden das Bambini-Training selbständig vorbereitet und eine Horde Kinder den Spaß am Fußball vermittelt, ist das genauso hoch einzuschätzen wie der Vollzeit-Berufstätige Mittvierziger, der nach seinem Acht-Stunden-Arbeitstag noch zweimal pro Woche ein Jugendtraining leitet und samstags zum Spiel fährt. Oder wie ein Rentner, der mehrmals pro Woche das Vereinsgelände in Schuss hält anstatt sich auf die faule Haut zu legen.“

 

Bereiche

Es verwundert nicht, dass das Fußball-Kerngeschäft „Trainer“ den mit Abstand größten Anteil einnimmt: Training planen und leiten, Spiele coachen und betreuen, Qualifizierung, Elternarbeit, und vieles mehr: Insgesamt 652,5 Stunden entfallen auf diesen Bereich, das entspricht 62%. An jedem Tag wurden im Oktober somit durchschnittlich mehr als 20 Stunden an Trainerarbeit geleistet.

Besonders stolz ist man beim FCE auf die große Anzahl an Jugendtrainerinnen und -trainern: 24 Männer und Frauen im Alter von 17-70 Jahren, davon acht jünger als dreißig, betreuen die zahlreichen FCE-Jungen- und Mädchen-Teams.

Auf Platz zwei landete der Bereich „Sportgelände“: Mit vier Sportplätzen und dem SoccerCourt verfügt der FCE über ein sehr umfangsreiches Angebot an Sportstätten – die beim FCE komplett von Vereinsmitgliedern gepflegt und gehegt werden: Rasenmähen, neue Tornetze, Platzpflege und Laub kehren waren nur einige der Aufgaben im Oktober. Insgesamt 114 Stunden wurden hier geleistet. Aufgrund der Jahreszeit gehört der Oktober noch zu den „aufwendungsgeringeren“ Monaten in diesem Bereich.

Eng damit verbunden sind die 67 Arbeitsstunden für das Sportheim. Neben der Bewirtung nehmen die Reinigung und Getränkemanagement einen großen Raum ein. Der zeitliche Aufwand für die Infrastruktur betrug somit knapp 200 Stunden.

Leitungs- und Verwaltungsaufgaben nahmen rund 120 Stunden im Monat Oktober ein. Dazu gehörten die Vorstandssitzung, Strategie-Besprechungen, aber auch die Ausarbeitung des Kinder- und Jugendschutzkonzeptes, der Schriftverkehr sowie die Mitgliederverwaltung.

Mehr als eine Stunde pro Tag wurde in die Öffentlichkeitsarbeit investiert. Die Finanzverwaltung war im Oktober eher gering belastet, da die Hauptmonate hier eher am Jahresende und im Frühjahr liegen, für das Sponsoring im Sommer.

 

        

 

Fazit

Sportvereine wie der FC Eichel werden getragen von dem großen ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder und Unterstützer. „Wenn beim FCE pro Tag im Monat Oktober 34 Stunden ehrenamtlich geleistet werden, ist das gar nicht hoch genug einzuschätzen. Nur durch das großartige, vielfältige soziale Engagement unserer Ehrenamtler können wir bestmögliche Bedingungen gerade für den Nachwuchs bieten.“

Dass das ehrenamtliche Engagement bei einem Sportverein sich quantitativ auch von Anderen unterscheidet, zeigt sich auch darin, dass die FCE-Ehrenamtlichen durchschnittlich 27 Stunden im Monat Oktober erbrachten. „Das ist für Sportvereine typisch. Regelmäßiger wöchentlicher Trainings- und Spielbetrieb erfordern einfach einen hohen zeitlichen Aufwand.“

Dennoch engagieren sich deutschlandweit Millionen Menschen mit Leib und Seele in Sportvereinen. „Wenn wir sehen, wie viele Menschen bei uns tagtäglich in ihrer Freizeit für Andere aktiv sind und ihre Begeisterung für den Fußball mit anderen Menschen teilen, finden wir das klasse“, sind sich die drei Vorstände einig. Das Thema „Ehrenamt stärken“ wird auch in der ersten Gesamtvorstandssitzung im Jahr 2019 Schwerpunktthema sein.

„Eigentlich ist bei uns ja noch viel mehr Engagement vorhanden. Denn die Unterstützung durch viele Eltern, z.B. bei der Bewirtung bei Spielfesten, haben wir ja gar nicht erfasst, genauso wie das punktuelle Anpacken von Spielerinnen und Spielern.“ Auch dafür möchte sich der FC Eichel ausdrücklich bedanken.

 

 

 

Pressemitteilung des Badischen Fußballverbandes vom 03.09.2018

 

Würdigung an das Ehrenamt: Drei Badner im Club 100

München. Jedes Jahr lädt der Deutsche Fußball-Bund verdiente Ehrenamtler aus ganz Deutschland in den Club 100 ein. Sie erhalten Trainingsmaterialien für den Verein und persönliche Würdigung bei einer Ehrenamtsgala. Bei der diesjährigen Veranstaltung am 6. September in München sind aus dem Badischen Fußballverband Heimo Hoffmann vom FC Weiher, Ralf Hofmann vom FC Wertheim-Eichel und Harald Weißer von der SG Viktoria Mauer dabei.

Eine Ehrung in stimmungsvollem Rahmen und der anschließende Besuch des Länderspiels Deutschland gegen Frankreich sind das Dankeschön des DFB an die 100 Frauen und Männer. Der Badische Fußballverband darf in jedem Jahr drei Ehrenamtler melden, die es besonders verdient haben. Sie werden aus den neun Ehrenamts-Preisträgern aus den Fußballkreisen des bfv ausgewählt. „Die drei Club 100er stehen stellvertretend für die vielen unheimlich engagierten Persönlichkeiten im Badischen Fußballverband, auf die wir sehr stolz sind“, betont bfv-Vizepräsident Helmut Sickmüller.

Die Ehrenamtswettbewerbe des DFB und der Landesverbände dienen der Wertschätzung für die landesweit 400.000 ehrenamtlich Engagierten. Der Fußball rollt auch in Baden zwischen Tauberbischofsheim und Pforzheim nicht zuletzt wegen ihnen. Zählt man punktuelle freiwillige Unterstützer dazu – die Fahrerin beim Auswärtsspiel der D-Junioren, der Grillmeister beim Sommerfest - sind es sogar 1,7 Millionen.

In der Praxis sieht es manchmal anders aus, doch die Statistik stimmt positiv, was das Engagement in der Zukunft betrifft: Immer mehr Menschen in Deutschland bringen sich ehrenamtlich ein. Zwischen 2004 und 2014 stieg der Anteil freiwillig Engagierter um knapp zehn Prozentpunkte, von 34 auf 43,6 Punkte (Quelle: Deutscher Freiwilligensurvey). Und noch eine gute Nachricht: Nirgendwo bringen sich die Menschen lieber ein als beim Sport (16,3 Prozent). Schule oder Kindergarten (9,1 Prozent) sowie Kultur und Musik (9 Prozent) rangieren auf den Plätzen zwei und drei. Das Engagement der jüngeren wie auch der älteren Personen hat zugenommen. Die Gruppe der 14-19-jährigen ist sogar die aktivste. Über die Hälfte dieser Altersgruppe engagiert sich freiwillig. Auch im Alter zwischen 50 und 64 Jahren lässt der Wunsch nicht nach, sich im Verein einzubringen. Nur in der „Rush Hour des Lebens“ zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr ist ehrenamtliches Engagement deutlich weniger geworden. Wenn man sich beruflich etabliert und eine Familie gründet, sind die Stunden knapp bemessen. Überhaupt wollen Menschen heute weniger Zeit als früher für ihren Verein aufwenden. 58 Prozent investieren im Schnitt zwei Stunden oder weniger pro Woche.

Fragt man 100 ehrenamtlich tätige Menschen, warum sie das machen, antworten 93, dass ihr Engagement Spaß macht. 80 Prozent motiviert die Geselligkeit, das Zusammenkommen mit vielen anderen Menschen auch aus anderen Generationen.

Ka/DFB, 03.09.2018