„Kicker-Casting“: Über 30 Jungs zeigten bei der „VR-Talentiade“, was sie können

Die „VR-Talentiade“ für Fußball-Junioren des Jahrgangs 2007 fand am Sonntag (25. Juni) auf dem Sportgelände des FC Eichel statt. Über 30 Jungs aus 12 Vereinen des Fußballkreises Tauberbischofsheim spielten dabei unter dem Motto „Zeig‘, was du kannst“ und wurden dabei von Hans Kastner, Mehmet Pehlivan, Peter Fischer und Michael Hoffmann kritisch unter die Lupe genommen. Die Trainer des DFB-Stützpunktes in Unterbalbach werden 25 der Talente zu einer weiteren Sichtung am 24. Juli auf dem Sportgelände der DJK Unterbalbach einladen. Dabei wird noch einmal „gesiebt“, um die Teilnehmer des Stützpunkttrainings für die Saison 2017/2018 zu ermitteln.

„Es gibt zwei große Kriterien, auf die wir bei diesen Sichtungen zu achten haben. Stimmt die Motorik bei den Kindern, und wie steht es um die Spielfähigkeit?“, sagte Hans Kastner. Desalb wurde am Sonntag auch – nach einer kurzen „Aufwärmrunde mit Ball“ – in den eineinhalb Stunden vor allem auf zwei Kleinfeldern gespielt. „Bei der zweiten Sichtung am 24. Juli werden wir dann Stationen haben, an denen es um technische Fertigkeiten wie Passspiel, Finten und Torabschluss geht, eventuell kommt auch noch eine koordinative Übung dazu. Bei der ersten Sichtung geht es in erster Linie darum, ob die Kinder in der Lage sind, miteinander zu spielen.“

Beim Auswahlverfahren müssen die Stützpunkttrainer zudem darauf achten, in etwa die gleiche Zahl an Spielern aus den beiden Hälften des jeweiligen Jahrgangs zu „nominieren“. „Es kann also passieren, dass jemand, der im ersten Halbjahr geboren worden ist, deshalb herausfällt, weil wir eine bestimmte Zahl von Spielern auszuwählen haben, die im zweiten Halbjahr geboren worden sind“, informierte Peter Fischer am Ende der Sichtung die Kinder, deren Eltern und die Vereinstrainer. „Trainer und Eltern müssen aber wissen, dass sie jederzeit offensiv auf uns zugehen können, wenn sie der Meinung sind, dass da eine junge Fußballerin beziehungsweise ein junger Fußballer ist, die beziehungsweise der es aufgrund des Talents verdient hätte, gesichtet zu werden. Wichtig ist vor allem für die, die nicht zu weiteren Sichtungsmaßnahmen eingeladen werden, dass die Tür keinesfalls zu ist“, ermunterte Fischer.

„Die Entwicklung geht nicht immer nach oben“, sagte Kastner. „Wenn einer, gerade in diesem jungen Alter, mal ein schlechtes Jahr hat, muss man sich fragen, woran es liegt? Vielleicht am Wachstum, wenn zum Beispiel die Hebelverhältnisse nicht mehr so ganz passen. Grundsätzlich gilt, wenn einer vorher gut war, kann er dann so schlecht nicht sein. Da heißt es Geduld haben und abwarten.“

Am Sonntag jedenfalls waren alle Teilnehmer auf der „Gewinner-Seite“. Das machte auch Matthias Horn deutlich. Der Leiter Firmenkunden bei der Volksbank Main-Tauber war in Eichel stellvertretend für Georg Stemmler, Regionalmarktleiter des Geldinstituts, anwesend. „Wir als Volksbank haben es uns auf die Fahnen geschrieben, Kultur und Sport zu fördern. Ich wünsche euch allen weiter viel Spaß und viel Erfolg beim Fußball und bei den Sichtungen.“ Horn überreichte allen Teilnehmern je eine Urkunde und einen Turnbeutel. Vom FC Eichel als Ausrichter gab es für alle noch je einen Getränke- und Essen-Gutschein.

HINTERGRUND

Das Training an den DFB-Stützpunkten ist für junge Fußballerinnen und Fußballer das Sprungbrett für die weitere sportliche Laufbahn.

Mit dem Talentförderprogramm an den DFB-Stützpunkten setzt der Deutsche Fußball-Bund ein Nachwuchskonzept in einer Dimension um, an die weltweit kein anderer Verband heranreicht.

Bundesweit werden etwa 14.000 Jugendliche zwischen elf und 15 Jahren seit September 2002 an den 350 DFB-Stützpunkten gefördert. Rund 1000 Honorartrainer fordern die Jungen und Mädchen.

Im Bereich des Badischen Fußballverbandes gibt es elf DFB-Stützpunkte, an denen insgesamt 27 Trainer arbeiten. Aktuell genießen über 400 Jugendliche das Privileg einer zusätzlichen Trainingseinheit an einem DFB-Stützpunkt im Bereich des Badischen Fußballverbandes.

Am DFB-Stützpunkt in Unterbalbach trainierten auch der Laudaer Luca Trslic (Jahrgang 2001), der inzwischen ins Leistungszentrum des FC Ingolstadt wechselte, und der Wertheimer Philipp Ochs (Jahrgang 1997), der es bis zum Profi bei der TSG 1899 Hoffenheim geschafft hat.

Weitere Informationen zur Talentförderung im Bereich des Badischen Fußballverbandes gibt es im Internet unter: http://www.badfv.de/fussball/talente/dfb-stuetzpunkte. bfv/fce