FCE trägt Trauer: Ehrenvorsitzender Leonhard Grottenthaler verstorben


 

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und immer sind da Spuren deines Lebens.

 

Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle.

 

Sie werden uns stets an dich erinnern.

 

 

 

 

Der FC Wertheim-Eichel e.V. trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Leonhard Grottenthaler, der am Montagmittag im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Durch sein tatkräftiges Wirken prägte "Lenhard" die Entwicklung des FCE wie kein Zweiter. Mit der Titulierung "Mister Ächl" hob der damalige Wertheimer Oberbürgermeister Mikulicz die Lebensleistung eines Mannes hervor, der nicht nur im Wertheimer Raum, sondern weit darüber hinaus bekannt, anerkannt und geschätzt wurde.

Für sein vielfältiges und weit über das normale Maß hinausgehende Engagement wurde Grottenthaler hoch dekoriert. Neben sämtlichen Ehrennadeln und der Ehrenplakette des Badischen Fußball-Verbandes wurde ihm die DFB-Verdienstnadel, die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg sowie die Wertheimer Stadtmedaille zunächst in Silber und später in Gold gemeinsam mit der goldenen Ehrennadel des FCE verliehen.

"Ziele setzen und verwirklichen" nannte Grottenthaler anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2005 im "Ächler Echo" als sein Lebensmotto. Und an Zielen mangelte es ihm im Laufe seines Lebens sicher nicht. Ob privat als Familienvater, beruflich als Elektro-Installateur oder sportlich als langjähriger Vorsitzender, Jugendtrainer oder Platzwart beim FC Eichel sowie in diversen Funktionen des Fußballkreises - mit großer Energie, Tatkraft und Zuverlässigkeit engagierte sich Leonhard für eine Weiterentwicklung sowohl seines privaten Umfeldes als auch besonders des FC Eichel und des Fußballsports allgemein.

"Lenhard" war die treibende Kraft bei der Gründung des FC Wertheim-Eichel im Jahr 1964, den er damals mit Wilhelm Heid und weiteren 53 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben hatte. Bis 1974 etablierte Grottenthaler den FCE  als stellvertretender Vorsitzender und Spielausschussvorsitzender im Wertheimer Fußball. Schon früh erkannte er die Bedeutung einer funktionierenden Jugendarbeit und baute als Jugendleiter von 1967 bis 1974 die Nachwuchsabteilung systematisch aus. Im Jahr 1978 schließlich übernahm Leonhard Grottenthaler das Amt des 1. Vorsitzenden und führte den Verein bis 1986. Aufgrund seiner zahlreichen Verdienste erfolgte bereits 1989 die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.

Der Jugendfußball war seine große Leidenschaft: Auf seine Initiative wurde 1980 der Mädchenfußball im Verein etabliert, drei Jahre später der Frauenfußball, ebenso wurden in der Folge F- und E-Jugendteams gegründet. Über 35 Jahre trainierte er mehr als 40 Jungen- und Mädchenteams, organisierte Freizeiten (Mörtelstein) und Internationale Jugendbegegnungen (Borens IK Motala). Bis ins Alter von 80 Jahren war Leonhard Grottenthaler als Jugendtrainer bzw. -betreuer engagiert, häufig auch für mehrere Teams pro Saison.

Als 1. Vorsitzender leitete Leonhard den Bau des Hauptplatzes (1980) sowie des Sportheims (1982). "Vorangehen und mitanpacken" lautete seine Devise während seiner Amtszeit und weit darüber hinaus. Denn auch nach dem Ende seiner Vorstandschaft blieb "Lenhard" stets in vorderster Front engagiert. Egal ob bei baulichen Tätigkeiten wie den Sportheimerweiterungen - allein bei der 2. Sportheimerweiterung 2001/02 (heutige Kabinen) leistete er in der achtmonatigen Bauzeit 710 Arbeitsstunden - dem Bau des Nebenplatzes (1997) und des Aufwärmplatzes (2003), oder bei jeglichen anfallenden Instandhaltungs- oder Reparaturmaßnahmen - Flutlicht, Beregnungsanlagen, Container, Beleuchtungsanlage, Hochwasserreinigung, zahlreiche Geräte seien hier nur beispielhaft genannt: Leonhard war immer dabei, und zwar von der Planung bis zum letzten Akt der Umsetzung. Und das immer an vorderster Front.

Die Chance, ihn zu einer beliebigen Stunde an einem der vier FCE-Plätze zu treffen, war das ganze Jahr über sehr hoch. Als Platzwart widmete er sich mit großem Engagement jahrzehntelang der Pflege und Erhaltung der Sportplätze. Auch mit über 90 Jahren gehörten Mähen, Düngen und Platzabstreuen noch zu seinen täglichen Aufgaben, die er mit großer Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein erfüllte.

Sofern er nicht selber mit seinen Mannschaften unterwegs war, unterstützte Leonhard die FC-Teams vom Seitenrand, meist von einem Stuhl auf der "Ehrentribüne" in der vorderen Ecke. Selbst in den letzten Monaten eingeschränkter Mobilität ließ er es sich nicht nehmen, mit seinem Elektromobil noch die Heimspiele, und sogar nah gelegene Auswärtsspiele eigenständig zu besuchen. Abgesehen von Gesprächen mit Familie, Freunden und Kollegen hielt sich Leonhard auch über Internet stets auf dem Laufenden. An seiner samstäglichen und sonntäglichen Abendgestaltung war die Recherche sämtlicher Fußballergebnisse der Ligen im Fußballkreis unerlässlich.

Bis ins hohe Alter beteiligte sich Leonhard mit Rat und Tat an der Weiterentwicklung des Vereins und am Vereinsleben. Er war ständig auf dem Laufenden, was gerade los war. Dabei war seine Meinung stets sehr gefragt. Mit teilweise großer Vehemenz konnte er seine Sichtweisen vertreten, wobei Ehrlichkeit und Direktheit für ihn Leitprinzipien waren. Über allem standen jedoch immer Fairness und Kameradschaft als maßgebende Werte, sowohl innerhalb des FCE als auch gegenüber anderen Vereinen und Schiedsrichtern. Von besonderem Interesse waren für ihn daher auch die Anzahl der gelben und roten Karten sowie das Verhalten der Zuschauer, und wirkte so gerade auch innerhalb des Vereins als Mahner für Sportlichkeit.

Zurücklehnen und Pause machen waren ihm fremd. Sofern es am Sportgelände gerade mal nichts zu tun gab, widmete sich Leonhard Haus und Familie und seinen zahlreichen, weiteren Interessen. Nur beispielhaft seien die Installation einer Spülmaschine und einer Elektroheizung im Alter von 88 Jahren genannt. Besonders in den Wintermonaten zog er sich tagsüber in seine Holzschnitzerei im Haus zurück und entwarf und kreierte dort zahlreiche Kunstwerke in Handarbeit, die er nicht selten an seine Mitmenschen zu besonderen Anlässen verschenkte - auch einige FußballerInnen erhielten solche Geschenke anlässlich besonderer Leistungen.

 

Mit Leonhard Grottenthaler verlieren wir einen außergewöhlichen Menschen, dessen Wirken und Schaffen unseren Verein nachhaltig geprägt hat und prägen wird. Er selber setzte sein Leben unter das Motto:

Taten statt Worte.

Er hat es verwirklicht.

 

Wir werden ihn nie vergessen!

 

Vorstandschaft und Mitglieder des FC Wertheim-Eichel e.V.

 

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am kommenden Donnerstag um 14 Uhr auf dem Friedhof in Eichel statt.